Geleitwort von Prof. Kurt Düwell
Steine können Erinnerungen wecken. Das bezeugt hier auch die kleine Foto-Ausstellung von Michael Minzlaff. Denn ein Gang durch deutsche Städte wird, besonders bei Menschen der älteren Generation, die die NS-Zeit noch selbst erlebt haben, in vielen Straßen und an vielen Plätzen Erinnerungen an schmerzliche Ereignisse wachrufen, die gerade hier vor siebzig oder fast achtzig Jahren stattgefunden haben. Oft sind es bedrückende Vorgänge wie z.B. der Pogrom von 1938 oder die Judendeportationen seit 1941, auf die auch in den Straßen unserer Stadt die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig aufmerksam machen: kleine, ins Pflaster eingelassene Metallplatten, die seit den neunziger Jahren vor den einstigen Wohnhäusern der Deportationsopfer an deren Namen erinnern. Demnig erhielt dafür im vorigen Jahr die Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Seine eindringliche Arbeit hat viele Menschen nachdenklich gemacht. Das ist nicht wenig.
Handelt es sich hier um dramatische Höhepunkte der Vergangenheit, so gibt es doch auch Zeugnisse jener Zeit, die ebenso den Alltag unter dem Nationalsozialismus in seiner bedrückenden Atmosphäre zeigen. So hat Michael Minzlaff hier einzelne Orte der Stadt, an denen in der NS-Zeit der „normale“ Ungeist des NS-Regimes in seiner Banalität erkennbar wurde, durch die Sammlung historischer Aufnahmen in Erinnerung gerufen, und zwar durch historische Fotos von Orten, an denen wir noch heute vorübergehen, ohne dass wir meist an das denken, was hier einst geschehen ist, oder ohne zu bedenken, unter welcher Bedrückung die Menschen im damaligen Alltag standen. Und doch war es kein fremdes Land vor unserer Zeit, so die Botschaft Minzlaffs, sondern derselbe historische Boden, auf dem wir immer noch stehen. Viele Gebäude und Straßenzüge gibt es noch, wo damals Wahlaufrufe der Nazi-Partei, Beflaggungen mit Hakenkreuzfahnen, die Bücherverbrennungen von 1933, die Aufmärsche von Parteiformationen, der Besuch Hitlers 1937 in Düsseldorf oder das Staatsbegräbnis von Ernst vom Rath stattgefunden oder wo im Bombenkrieg die Aufrufe zu Geldsammlungen für den „Volkssturm“ ausgehängt waren. Einige dieser historischen Fotos hat Michael Minzlaff hier versammelt. Die historischen Orte dieser Fotos sind meist klar zu lokalisieren oder doch wenigstens, wie im Fall des „Planetariums“ (der heutigen Tonhalle), vor dem der aufgebahrte Sarg vom Raths auf der Militärlafette aufgestellt ist, oder die kriegszerstörte Citadellstraße zu sehen ist, auf den zweiten Blick leicht auszumachen. Ein solches Wiedererkennen macht betroffen und nachdenklich. Die Bilder evozieren, rufen die Erinnerung an eine dumpfe und trübe Zeit wach, die hier einst ihren Ausdruck gefunden hat und im älteren Betrachter immer noch nachwirkt.
Es sind Bilder aus dem Alltag unter dem Nationalsozialismus, die ein jüngerer Betrachter in dieser Evokation wohl kaum nachzuvollziehen vermag. Und dieser Alltag war an sich schon einschüchternd und bedrückend genug. Denn Düsseldorf stellte einen Mittelpunkt des allgegenwärtigen nationalsozialistischen Machtgefüges und der nationalsozialistischen Machtstrukturen im Rheinland dar. Die Macht des „Führerstaates“ trat hier besonders zu Tage. Die Stadt beherbergte im Laufe der Jahre nicht nur den Sitz eines Gauleiters, sondern war auch Standort eines SS-Oberabschnitt-Leiters, Zentrum der SS-Organisation im Rheinland, wo zugleich auch Einheiten einer SS-Standarte und eines SS-Sturmbanns stationiert waren. In der Stadt gab es außer einer Gestapoleitstelle für den gesamten Regierungsbezirk auch einen für das ganze Rheinland zuständigen Inspektor der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS. Zusätzlich war die Partei durch massive Formationen der SA vertreten. Partei und SS hatten schon bis 1936/37 die Ordnungspolizei unter ihre Kontrolle gebracht und die Einrichtung eines „Höheren Polizeiführers West“ in den frühen Jahren 1932/33 wurde 1937 vom höchsten SS-Führer Himmler von hier aus im ganzen Reich zum Instrument der „Höheren SS- und Polizeiführer“ ausgebaut, eine Pervertierung der traditionellen Geschichte der Polizei unter dem Vorwand, mit der „Verschweißung“ von SS und Polizei ein „Staatsschutzkorps“ schaffen zu wollen.
Dagegen trat der Bereich der zivilen Administration mehr und mehr zurück, indem die Stelle des traditionell hier ansässigen Regierungspräsidenten zeitweise unbesetzt bzw. nur kommissarisch besetzt blieb. Hier und in der provinzialen Selbstverwaltung des in Düsseldorf ansässigen Landeshauptmanns der Rheinprovinz und der Verwaltung des Rheinischen Provinzialverbands Preußens wurden nach den Wahlen zum neuen Provinziallandtag vom April 1933 mehr und mehr Nationalsozialisten eingesetzt, und auch in den städtischen Behörden wusste die NSDAP innerhalb weniger Jahre ihre Mitglieder an vielen Stellen durch Verdrängung der älteren Beamten unterzubringen. Das alles hatte auf die Bevölkerung eine einschüchternde und bedrohliche Wirkung. Und von dieser Atmosphäre ist auf den Fotos Michael Minzlaffs einiges zu spüren, obwohl die schlimmsten Bilder jener Zeit, wie z.B. das Foto einer Düsseldorfer Judendeportation noch nicht in dieser Sammlung zu sehen sind. Diese Dinge spielten sich ab 1941 gleichsam hinter den hier gezeigten Alltagsbildern ab.
Die kleine Sammlung, die Herr Minzlaff hier in einer gut getroffenen Auswahl zusammengestellt hat, zeigt Ausschnitte aus einem Alltag, der in den Erläuterungen zu den Bildern kurz kommentiert ist. Wenn Sie diese Erklärungen lesen, gewinnen Sie den Eindruck, dass dieses Alltagsgeschehen nur ein unheimliches Vorspiel zu Schlimmerem war, dass dahinter von der nationalsozialistischen politischen Führung ganz andere Aktionen vorbereitet wurden, von denen die schon vor 1940 eingeführten antijüdischen Maßnahmen wie der Boykott vom 1. April 1933, die Nürnberger Gesetze vom September 1935 und selbst die schreckliche Pogromnacht vom 9. November 1938 nur Vorstufen zu einer jederzeit möglichen noch brutaleren Steigerung der Judenverfolgung gewesen sind. Diesen Eindruck gewinnen wir allerdings erst aus der Rückschau auf diese scheinbar so unauffälligen Fotos aus dem Alltag nach 1933. Aber eine jüngere Generation, die jene Jahre nicht mehr selbst erlebt hat, wird wohl Mühe damit haben, dieses Gefühl der dumpfen Bedrückung nachzuempfinden, das die Älteren als Zeitzeugen beim Anblick dieser Bilder überkommt.
Es bedarf also einer Erklärung, wenn z.B. Hitler 1937 anlässlich seines Besuches der Düsseldorfer „Reichsausstellung Schaffendes Volk“ und bei einem Besuch der Gauleitung, wie hier gezeigt, vom geschmückten Balkon des Schlosses Jägerhof mit erhobenem Arm grüßte, ohne dass auf dem Bild erkennbar ist, wen er eigentlich gegrüßt hat, denn der Vorplatz ist menschenleer. Hitler steht gespenstisch einsam hinter dem Balkongeländer. Nur zwei Wachtposten der SA befinden sich noch vor den beiden Schilderhäuschen am bekränzten Eingang, während Hitler sich am Fenster des Balkons wohl nur für die Propagandakameras kurz in Positur stellt. Wenn jemand heute dieses groteske Bild sieht und im Gedächtnis behält, wird er wohl nie wieder am Schloss Jägerhof, so als ob „Alltag“ wäre, teilnahmslos vorbeigehen können. Dabei kann man noch anmerken, dass Hitler auch bei der deutschen Besetzung Prags im März 1939 vom Fenster des „Hradschin“ aus, ausschließlich für die Propagandakameras der „Wochenschau“, für wenige Sekunden mit dem selben Gruß posiert hat, dann aber vor lauter Mißtrauen und Furcht vor Schüssen von feindlicher Seite sofort wieder in das Innere der „Burg“ zurückgetreten ist. Nicht zuletzt die Absichten der NS-Propaganda haben also oft dem „Alltag“ unter dem Nationalsozialismus eine unheimliche Note gegeben.
Herr Minzlaff hat dieses und andre Fotos z.T. aber dadurch absichtlich verfremdet, dass er in ähnlicher Weise, wie es z.B. auch der russische Fotokünstler Sergej Larenkow tut, mit den modernen elektronischen Möglichkeiten der Bildbearbeitung dem Foto Gegenwärtiges hinzufügt und dadurch erreicht, dass der Betrachter stutzt. Hier sieht das so aus, dass gegenüber dem links abgestellten Luxuswagen Hitlers an Schloss Jägerhof rechts noch ein modernes Auto unserer Tage ins Bild gesetzt ist. Oder, ein anderes Beispiel, es sind auf dem Bild des Hauptbahnhof-Vorplatzes z.Z. des Plebiszits von 1938 über den „Anschluss“ Österreichs Menschen und Werbeelemente unserer Gegenwart eingefügt, die darauf hindeuten sollen, dass die Vergangenheit nie ganz vergangen ist, dass sie vielmehr in unsere Gegenwart hineinragt und uns irritiert. Ähnliche Bildelemente der Gegenwart ließen sich auch auf dem Foto des mit Hakenkreuzfahnen beflaggten Schadowplatzes entdecken, auf dem uns offensichtlich auch Zeitgenossen unserer Tage begegnen. Michael Minzlaff macht von solchen Möglichkeiten allerdings nur behutsam Gebrauch. Er hat die in unserer Zeit meist in Eile durchs Bild laufenden Passanten in das historische Foto einbezogen, hat aber dabei z.B. die heute oft auf der Straße mit einem Kaffeebecher in der Hand laufenden oder aus einer Tüte essenden Leute zum Glück weggelassen. Weniger scheint hier mehr.
Vielleicht ist der von Minzlaff ins Bild gebrachte Kontrast von „damals“ und „jetzt“ eine Möglichkeit, auch heute noch besonders den jüngeren Menschen (z.B. Schülern) die „Doppelbödigkeit“ unserer Gegenwart, in die eine beunruhigende Vergangenheit immer noch hineinragt, nahe zu bringen. Darüber wird man sicher noch diskutieren müssen. Vor allem liegt es nahe, die Spannung, die zwischen diesen verfremdeten Fotos und den von der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf gesammelten „echten“, rein historischen Fotos besteht, noch genauer zu besprechen – eine interessante Aufgabe für junge Betrachter. Dazu wird bald die Wiedereröffnung der Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf gute Gelegenheiten bieten. Auch die historischen Fotosammlungen des Stadtarchivs stehen für einen solchen Vergleich zur Verfügung.
Der Fotokünstler Michael Minzlaff, der jahrelang in dieser Stadt gelebt hat und jetzt in London tätig ist, hat die Sammlung seiner Fotos und seine Bildüberlegungen in Düsseldorf begonnen. Es scheint daher sinnvoll, diese kleine und nachdenklich stimmende Ausstellung als erstes Fazit in dieser Stadt zu zeigen. Und es ist zu begrüßen, dass er dabei die Unterstützung der Johanneskirchengemeinde, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf und des Landschaftsverbands Rheinland (Zentrum für Medien und Bildung) gefunden hat. Möge seine weitere dokumentarische Arbeit zu ähnlich anregenden und analytisch vertiefenden Ergebnissen führen.
Prof. Dr. Kurt Düwell
(7. November 2010)
(7. November 2010)
Foreword by Prof. Kurt Düwell
Stones can awaken memories. This is attested here by Michael Minzlaff’s small photographic exhibition. A walk through German towns will, particularly for people of the older generation who lived through the Nazi era themselves, stir memories in many streets and squares of painful events that took place here seventy or nearly eighty years ago. Often these are harrowing occurrences such as the pogrom of 1938 or the deportations of Jews from 1941 onwards, to which the “Stolpersteine” — the stumbling stones — of the artist Gunter Demnig also draw attention in the streets of our city: small metal plaques set into the pavement which, since the 1990s, have commemorated the names of deportation victims outside their former homes. Last year Demnig received the Josef Neuberger Medal of the Jewish Community of Düsseldorf for this work. His compelling project has given many people cause for reflection. That is no small achievement.
Whilst these represent dramatic high points of the past, there are also testimonies from that era which reveal the oppressive atmosphere of everyday life under National Socialism. Michael Minzlaff has here recalled individual locations in the city where the “normal” spirit of the Nazi regime became apparent in all its banality during the NS period, doing so through a collection of historical photographs of places past which we still walk today — usually without thinking of what once took place here, or without considering the oppression under which people laboured in their daily lives at that time. And yet, so runs Michael Minzlaff’s message, it was no foreign land from before our time, but rather the very same historical ground upon which we still stand. Many buildings and streetscapes remain where Nazi Party election proclamations, flags bearing the swastika, the book burnings of 1933, the marches of party formations, Hitler’s visit to Düsseldorf in 1937, or the state funeral of Ernst vom Rath took place — or where, during the bombing war, appeals for donations to the “Volkssturm” were posted. Michael Minzlaff has brought together a number of these historical photographs here. The historical locations depicted are mostly straightforward to identify, or at least, as in the case of the “Planetarium” (today’s Tonhalle) — in front of which vom Rath’s coffin lay in state on a gun carriage — or the war-ravaged Citadellstraße, easy enough to recognise on closer inspection. Such recognition is both affecting and thought-provoking. The images evoke and reawaken memories of a dull and gloomy era that once found its expression here and which continues to resonate with older viewers.
These are images from everyday life under National Socialism that a younger viewer will scarcely be able to comprehend in their full evocative power. And that everyday life was, in itself, intimidating and oppressive enough. For Düsseldorf represented a centre of the omnipresent National Socialist power structure and of National Socialist power structures throughout the Rhineland. The power of the “Führer state” was particularly evident here. Over the years the city was home not only to the seat of a Gauleiter, but was also the location of an SS-Oberabschnitt leader, the centre of SS organisation in the Rhineland, where units of an SS-Standarte and an SS-Sturmbann were likewise stationed. In addition to a Gestapo headquarters responsible for the entire administrative district, the city also housed an Inspector of the Security Police and the SS Security Service with responsibility for the whole of the Rhineland. The Party was further represented by massive SA formations. By 1936–37, the Party and SS had brought the regular police under their control, and the establishment of a “Höherer Polizeiführer West” in the early years of 1932–33 was developed by the supreme SS leader Himmler in 1937 into an instrument of the “Höhere SS- und Polizeiführer” throughout the entire Reich — a perversion of the traditional history of the police, under the pretext of wishing to create a “state protection corps” through the “fusion” of the SS and police.
By contrast, the sphere of civilian administration retreated ever further, as the post of the traditionally resident regional president was at times left vacant or filled only in an acting capacity. Here, and in the provincial self-government of the Rhineland Province’s Landeshauptmann, based in Düsseldorf, and in the administration of the Rhineland Provincial Association of Prussia, more and more National Socialists were installed following the elections to the new provincial parliament in April 1933; and in the municipal authorities too, the NSDAP succeeded within a few years in placing its members in numerous positions by displacing the more senior civil servants. All of this had an intimidating and threatening effect upon the population. Something of this atmosphere can be sensed in Michael Minzlaff’s photographs, even though the most harrowing images of that era — such as a photograph of a Düsseldorf Jewish deportation — are not yet to be found in this collection. These events unfolded from 1941 onwards, as it were, behind the scenes of the everyday images shown here.
The small collection that Michael Minzlaff has assembled here in a well-judged selection shows glimpses of a daily life that is briefly commented upon in the captions to the pictures. Reading these explanations, one gains the impression that this everyday occurrence was merely an uncanny prelude to something far worse — that behind it, the National Socialist political leadership was preparing entirely different actions, of which the anti-Jewish measures already introduced before 1940, such as the boycott of 1 April 1933, the Nuremberg Laws of September 1935, and even the dreadful pogrom night of 9 November 1938, were merely precursors to an even more brutal intensification of the persecution of Jews, possible at any moment. We gain this impression, however, only in retrospect, looking back at these seemingly unremarkable photographs of everyday life after 1933. But a younger generation that never lived through those years will doubtless find it difficult to recapture that feeling of dull oppression which comes over older eyewitnesses at the sight of these images.
An explanation is therefore needed when, for instance, Hitler in 1937 — on the occasion of his visit to the Düsseldorf “Reichsausstellung Schaffendes Volk” and a visit to the Gauleitung, as shown here — greeted visitors from the decorated balcony of Schloss Jägerhof with his arm raised, without it being apparent from the photograph whom he was actually saluting, for the forecourt is entirely empty of people. Hitler stands spectral and solitary behind the balcony railing. Only two SA sentries remain in front of the two sentry boxes at the wreathed entrance, whilst Hitler briefly strikes a pose at the balcony window, seemingly for the propaganda cameras alone. Anyone who sees this grotesque image today and holds it in their memory will surely never again be able to walk past Schloss Jägerhof with indifference, as though nothing were amiss. One might also note that Hitler, during the German occupation of Prague in March 1939, struck the same pose from the window of the Hradčany — exclusively for the newsreel propaganda cameras — for a matter of seconds, before immediately retreating back inside the castle out of sheer mistrust and fear of hostile gunfire. Not least the intentions of NS propaganda, then, frequently lent an uncanny quality to “everyday life” under National Socialism.
Michael Minzlaff has, however, deliberately alienated this and other photographs by adding present-day elements to them using modern digital image-editing techniques — much as the Russian photo artist Sergei Larenkov does — thereby causing the viewer to stop and take notice. Here this takes the form of a modern car of our own day placed to the right of the image, opposite Hitler’s luxury vehicle parked to the left outside Schloss Jägerhof. Or, in another example, people and advertising elements from the present day have been inserted into the image of the main railway station forecourt at the time of the 1938 plebiscite on the “Anschluss” of Austria, intended to suggest that the past is never entirely past — that it reaches rather into our present and unsettles us. Similar contemporary elements can also be discovered in the photograph of Schadowplatz decked with swastika flags, where figures who are plainly our own contemporaries also appear. Michael Minzlaff makes use of such possibilities with restraint, however. He has incorporated passers-by from our own time — mostly hurrying through the frame — into the historical photograph, but has wisely omitted, for instance, those people so commonly seen today walking along the street with a coffee cup in hand or eating from a bag. Less is more here.
Perhaps the contrast between “then” and “now” that Michael Minzlaff brings into the picture offers a means of conveying to younger people in particular — schoolchildren, for example — the “double-layered” nature of our present day, into which a disquieting past continues to reach. This will certainly require further discussion. Above all, it seems fitting to examine more closely the tension that exists between these alienated photographs and the “authentic,” purely historical photographs collected by the city of Düsseldorf’s Memorial and Remembrance Site — an interesting task for young viewers. The imminent reopening of the Memorial and Remembrance Site in Düsseldorf will soon provide ample opportunity for this. The historical photographic collections of the City Archive are likewise available for such a comparison.
The photo artist Michael Minzlaff, who lived in this city for many years and is now based in London, began his collection of photographs and his visual reflections here in Düsseldorf. It therefore seems apt to present this small and thought-provoking exhibition as an initial summation in this city. And it is to be welcomed that in doing so he has found the support of the Johanneskirchengemeinde, the Society for Christian-Jewish Cooperation Düsseldorf, and the Landschaftsverband Rheinland (Centre for Media and Education). May his continued documentary work lead to similarly stimulating and analytically enriching results.
Prof. Dr Kurt Düwell
(7 November 2010)
(7 November 2010)